Über den Mut, zu entscheiden

14. Januar 2020 agvs-upsa.ch – Am traditionellen «Dîner des garagistes» nahm Pilot Philip Keil die 550 Gäste mit in schwindelerregende Höhen. Der ehemalige Kapitän und heutige Experte für Teambildung rief dazu auf, dem inneren Kompass zu folgen.

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abi. Der ehemalige Flugkapitän Philip Keil erlebte bei seiner Arbeit ein einschneidendes Erlebnis: Kurz nach dem Start verlor sein Passagierflugzeug den Auftrieb und die Maschine stürzte in freiem Fall zu Boden. «Mir blieben 2 Sekunden, um zu entscheiden.» Er riskierte ein Kamikazemanöver – und konnte das Flugzeug kurz über dem Boden auffangen.
Piloten nennen den Zeitpunkt, an dem sie entscheiden müssen, «Decision Point». Sie könnten schliesslich nicht einfach rechts ranfahren, wenn auf 13'000 Metern Höhe etwas passiert. Von diesem Vorfall geprägt, wechselte er seinen Beruf und hält seither Referate.
 
«Bevor wir etwas tun, legen wir uns einen Plan zurecht und sind meistens auf Autopilot unterwegs», sagte er. Das sei einfach, so lange alles nach Plan verlaufe. «Dann sind wir gute Eltern, Mitarbeiter, Freunde oder Chefs», sagte er. «Aber weder im Cockpit noch im Leben verläuft immer alles nach Plan – und genau dann wird es spannend.» Es gehe darum, die Komfortzone zu verlassen und Entscheidungen zu treffen. Dabei sei klar, dass wer Grenzen verschiebe, auch Rückschläge erleide.
 
Zwar könne man Fehler nicht rückgängig machen, aber man könne sie nutzen, betonte Keil. Sein Aufruf an die Garagisten: «Sein Team erreicht man in turbulenten Zeiten dann, wenn man ihm Vertrauen schenkt, wenn es kein anderer tut.» Dazu müsse man die Menschen erreichen. «Und das passiert übers Herz.» Eine gute Führungskraft schaffe es, dass die Mitarbeiter sich selbst vertrauen.

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Er rief dazu auf, seinem inneren Kompass zu folgen. «Dieser zeigt nicht richtig oder falsch an, sondern eine Richtung», betonte der Pilot. Diesem solle man folgen – auch wenn es Mut brauche. Sein Rat: Vor wichtigen Entscheidungen einen Perspektivenwechsel vorzunehmen. Und er gab zu bedenken: «Wir bereuen am Ende unseres Lebens nicht die Fehler, die wir gemacht haben, sondern die, die wir nicht gemacht haben.»

Die Gäste lauschten den Ausführungen von Keil gebannt, ehe sie sich wieder bei Gelbflossen-Makrele und Rindshohrückenfilet dem Austausch untereinander widmeten. Den Wein, den sie dazu kredenzten, stammte aus der Region Waadt: ein Epesses und einen Lune Noire.

Referat von Philip Keil [PDF]

 
Die ausführliche Berichterstattung zum «Tag der Schweizer Garagisten 2020» lesen Sie im AUTOINSIDE 2/2020.



Alles über den «Tag der Schweizer Garagisten» 2020
erfahren Sie hier.

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