«Die Akzeptanz hat sich verbessert»

12. Oktober 2018 agvs-upsa.ch – Seit 25 Jahren sorgt das Tankstellen-Inspektorat (TSI) des AGVS dafür, dass die Luft an den Schweizer Tankstellen rein ist. Christine Holzer war von Anfang an dabei.
 
sco. Viel habe sich verändert in diesem Vierteljahrhundert, sagt Christine Holzer und macht ein Beispiel: «Wir hatten damals einen einzigen Daktilo, mit dem wir Serienbriefe schreiben konnten.» Heute steht in der Mobilcity an jedem Arbeitsplatz ein moderner PC oder Laptop. In der Lehre habe sie als Einzige das Privileg genossen, eine IBM-Schreibmaschine mit Kugelkopf zu benutzen, erinnert sich Christine Holzer mit einem Lachen. Fünf Personen sind heute im AGVS für das TSI tätig: Neben den AGVS-«Urgesteinen» Christine Holzer (rechts im Bild) und Margareta Franz (Bildmitte) sind dies Olivia Aeschbacher (links), Sandra Thurnherr und Markus Peter als Leiter Technik und Umwelt.

Die Technologie wandelt sich rasend schnell – in der Werkstatt wie im Büro. Wer nicht in der Lage ist, sich ebenfalls zu verändern, der bleibt stehen. Christine Holzer ist diesen Weg in den letzten 25 Jahren gegangen. 17 Kantone, die drei Städte Bern, Winterthur und Zürich sowie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) delegieren heute die Administration der Kontrollen der Gasrückführungen bei Tankstellen an den AGVS. Drei Gründe standen am Ursprung des TSI:

1.  Entlastung der Kantone
2.  Einheitlicher Vollzug in der ganzen Schweiz
3.  Möglichst kostengünstige Lösung für die Tankstellenbetreiber.

Kontrollen alle zwei respektive drei Jahre
Initiatoren des Tankstellen-Inspektorats waren Fredy Bickel vom Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) des Kantons Zürich und Ruedi Baldiger seitens des AGVS. Der Verband arbeitet dabei eng mit der Schweizerischen Gesellschaft der Lufthygienefachleute (Cercl’Air) zusammen. Der Garagistenverband administriert und koordiniert die Kontrollen, für die Messungen selbst werden vertraglich gebundene Messfirmen eingesetzt.

Dabei lässt der AGVS den Markt spielen: Jeder Tankstellenbesitzer darf unter den mehr als 20 Messfirmen jene aussuchen, die ihm preislich oder auch sonst am besten zusagt. Christine Holzer war von der ersten Stunde an mit dem Aufbau des Tankstellen-Inspektorats betraut. «Wir erhielten von allen angeschlossenen Kantonen eine Liste mit den Tankstellen und mussten diese in einer Datenbank erfassen», erinnert sie sich. Man unterschied dabei nach passiven und aktiven Systemen, je nach Prinzip der Gasrückführung.

Heute empfiehlt Cercl’Air Tanksäulen mit selbstüberwachtem oder selbstregulierendem Gasrückführsystem. Diese werden nach Inbetriebnahme und erster Überprüfung nur noch alle zwei respektive alle drei Jahre kontrolliert.

Bei älteren Systemen ohne Funktionssicherung schaut der Kontrolleur im Jahres- oder Halbjahresrhythmus vorbei. Ein durchaus gewollter Anreiz für Tankstellenbetreiber, ihre Anlagen auf den neusten Stand zu bringen. Die Technologie hat sich verändert in den letzten Jahren – nicht nur in der Werkstatt und im Büro, sondern auch an der Zapfsäule. Von Physik müsse sie in ihrem Job zwar nicht zwingend etwas verstehen, gibt Christine Holzer zu, während sie über Rückführungssysteme und Volumenrückführraten referiert: «Aber in 25 Jahren kriegt man halt einiges mit.»

Der persönliche Kontakt mit den Messtechnikern, den Verant­wortlichen in den Kantonen und den Mineralölgesellschaften gefalle ihr an ihrem Job – auch nach 25 Jahren, sagt Christine Holzer. «Die Akzeptanz der Kontrollen hat sich deutlich verbessert.» Die Kosten der Kontrollen trägt der Betreiber der Anlage, das habe in den ersten Jahren immer mal wieder zu Reklamationen geführt. «Aber mittlerweile ist der Sinn des Tankstellen-Inspektorats und der Nutzen der Kontrollen allgemein anerkannt.»

Anfang nächstes Jahr feiert der AGVS das Jubiläum im Anschluss an einen Weiterbildungskurs mit Messtechnikern und Kantonsvertretern mit einem Apéro in der Mobilcity: «Damit haben wir die Gewähr, dass diese Leute, mit denen wir teilweise seit vielen Jahren zusammenarbeiten, auch dabei sind.» Für Christine Holzer und ihre Kolleginnen und Kollegen eine gute Gelegenheit, alte Kontakte aufzufrischen. Den eines ist ihr nach 25 Jahren im Dienst des Tankstellen-Inspektorats klar: «Beim 50-Jahr-Jubiläum werde ich nicht mehr beim AGVS sein…»

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