Florent Lacilla ist der beste Automobil-Mechatroniker

12. September 2020 autoberufe.ch – Ruhig und kompetent: Florent Lacilla gewinnt die «SwissSkills Championships» 2020 der Automobil-Mechatroniker/-innen. Der neue Schweizer Meister hat sich in einem dreitägigen Wettkampf gegen starke Konkurrenten durchgesetzt.


Die Medaillengewinner der «SwissSkills Championships» im Autogewerbe: (v. l.) Yannick Henggeler, Florent Lacilla und Pascal Barmettler. Quelle: AGVS-Medien

abi. Sechs Kandidaten, drei Posten, jeweils zwei Stunden Zeit. So präsentierte sich am Samstag die Ausgangslage für die besten sechs Automobil-Mechatroniker. Sie hatten sich in einem 27-köpfigen Kandidatenfeld behauptet und sich für das grosse Finale vom Samstag qualifiziert. Dort warteten anspruchsvolle Aufgaben auf die Kandidaten. Es ging um die Themen Motorenmechanik, Motorenmanagement und Carrosserieelektrik. So lief an einem Posten beispielsweise der Motor wegen einer defekten Sicherung nicht, an einem anderen funktionierte das Gebläsesteuergerät oder der Seitenspiegelblinker nicht und am dritten Posten ging es um eine Messübung, bei der ein Motor zerlegt, gemessen und wieder zusammengesetzt werden musste.

Die Aufgaben waren anspruchsvoll, dazu kamen der Zeitdruck und die Herausforderung, in einem Parallelwettbewerb anzutreten – die Konkurrenz war so jeweils in Sicht. «Der Wettkampf verlief auf hohem Niveau. Gerade auch, wenn man die Coronasituation berücksichtigt, die die Vorbereitung beeinflusst hat», freute sich Chef-Experte Flavio Helfenstein. Vor allem im Bereich Fehlersuche seien die Kandidaten top gewesen. «Man merkt, dass sie dies in der Praxis oft machen.» Etwas weniger gut lief es bei der Motorenmechanik. «Diese Arbeiten machen sie im Betrieb wohl weniger», vermutet der Weltmeister von 2011. Alles in allem sei es ein schöner Wettkampf gewesen, bei dem die Steigerung des Niveaus von Tag zu Tag sichtbar gewesen sei.



Am besten meisterte Florent Lacilla aus Cottens FR den Wettkampf. Der amtierende Schweizer Meister konnte sich am Samstag erneut als Schweizer Meister ausrufen lassen. «Ich bin sehr glücklich, dass ich gewonnen habe», sagte Lacilla. «Ich wollte unbedingt gewinnen und so die Chance haben, mich via Eurocup für die WorldSkills zu qualifizieren.» Die Weltmeisterschaften hatte er beim letzten Mal verpasst. An seiner Stelle reiste Damian Schmid, der an den «SwissSkills Championships» als einer von 16 Experten fungierte, an die «WorldSkills». Der Wettkampf sei nicht einfacher gewesen als beim letzten Mal, erklärte Lacilla, der die Posten in eindrücklicher Manier absolvierte – und teilweise 30 Minuten vor Ablauf der Zeit fertig war. «Aber es waren anstrengende drei Tage. Vor allem am Samstag mit den 2-stündigen Aufgaben.»

Auf den Plätzen zwei und drei folgten Pascal Barmettler (Reitnau AG) und Yannick Henggeler (Oberägeri ZG). Zusammen mit Lacilla qualifizierten sie sich für den Eurocup, der im Dezember in Dresden stattfinden wird.

Lacilla, der bereits den Halbfinal für sich entscheiden konnte, sei alles andere als ein Zufallssieger, konstatierte Olivier Maeder, beim AGVS für die Bildung verantwortlich. «Florent arbeitete ruhig, methodisch und schnell – und ist damit der verdiente Sieger.» Der Bildungsverantwortliche konnte in der Berner Mobilcity einen Wettkampf auf hohem Niveau verfolgen, bei dem die jungen Berufsleute ihr in der Ausbildung erlerntes Fachwissen unter Beweis stellten «Die Teilnehmer waren ehrgeizig und das neue Wettkampfformat hat sie gefordert. Trotzdem hatten sie Spass und waren stolz, ihre Fähigkeiten beweisen zu können.»



Die «SwissSkills Championships» fanden aufgrund der Covid-19-Pandemie anstelle der «SwissSkills» statt und wurden dezentral für 60 Berufe durchgeführt. Der AGVS entschied sich für einen dreitägigen Wettkampf in der Mobilcity. Am Donnerstag starteten 26 Kandidaten und eine Kandidatin unter den strengen Augen der Experten die Suche nach dem oder der besten Automobil-Mechatroniker/-in der Schweiz. Zwölf von ihnen qualifizierten sich für die Halbfinals, in denen sie sechs Posten absolvieren mussten. Die sechs besten Kandidaten durften am Samstag das grosse Finale bestreiten. «Das Ausscheidungsverfahren hat den Druck auf die Teilnehmer erhöht. Zudem begann jeder Wettkampftag wieder bei null – die Punkte vom Vortag konnten die Kandidaten nicht mitnehmen», erklärt Olivier Maeder, der sich besonders freute über den sehr guten neunten Platz von Vera Häner (Sissach BL), der einzigen Frau im 27-köpfigen Kandidatenfeld. «Ich hoffe natürlich, dass dies ein Ansporn ist und beim nächsten Mal mehr Frauen an unseren Berufsmeisterschaften teilnehmen werden», sagt Maeder.

Die ausführliche Berichterstattung lesen Sie in der Oktoberausgabe des AUTOINSIDE.

Wie die Kandidaten die Wettkämpfe erlebt haben und Impressionen finden Sie hier.

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