Totalrevision für Fahrzeugrestaurator auf der Zielgeraden

Im Herbst startet der erste Lehrgang für die «Youngtimer»

Damit das Know-how für technisch anspruchsvolle Klassiker erhalten bleibt, wird die Ausbildung zum Fahrzeugrestaurator Automobiltechnik künftig in zwei Fachrichtungen unterteilt. Die Abgrenzung erfolgt klar anhand der Baujahre.
Publiziert: 19. Januar 2026

Von

Christoph Künzi


										Im Herbst startet der erste Lehrgang für die «Youngtimer»
Exemplarisch für die jüngere Automobiltechnik: Opel Calibra Turbo Baujahr 1993 mit zeitgenössischem Diagnose-Equipment. Foto: AGVS-Medien

Eines gleich vorweg: Obwohl die Bezeichnung «Youngtimer» im Volksmund noch immer für Fahrzeuge der späten 80er- und der 90er-Jahre gebraucht wird, gilt sie für die damit gemeinte Fahrzeuggruppe korrekterweise nicht mehr. Diese ist längst zu Oldtimern herangewachsen, zu denen im laufenden Jahr bereits Klassiker des Jahrgangs 1996 dazustossen. Wichtiger aber ist, dass die Fachkräfte für die Technik jener Epoche nicht ausgehen. Um diese Gefahr gar nicht erst aufkommen zu lassen, werden die Stoffpläne des Fahrzeugrestaurators überarbeitet und im Rahmen einer Totalrevision eine zusätzliche Fachrichtung mit dem Titel «jüngere Automobiltechnik» geschaffen.

Das Projekt wurde vor rund einem Jahr mit der Bildung einer Arbeitsgruppe für die Überarbeitung des Berufsbildes gestartet und geht nun in die entscheidende Phase. In bisher zehn Sitzungen wurden Qualifikationsprofil, Handlungskompetenzen sowie Form und Inhalte der neuen Berufsprüfung diskutiert. Dank der idealen Zusammensetzung der Arbeitsgruppe konnten zielführende Resultate erarbeitet werden, aus denen das neue Berufsbild hervorging.

 

Das wird alles neu

Zwei grundlegende Merkmale werden sich ändern: Zum einen wird es nach der Vernehmlassung zwei Fachrichtungen in Automobiltechnik und eine Fachrichtung für die Carrosserie-Branche geben, letztere wird Spenglerei und Grundlagen für die Lackiererei abdecken. Somit werden in Zukunft folgende drei Fachrichtungen zur Wahl stehen:

  • Fahrzeugrestaurator der Fachrichtung ältere Automobiltechnik (1945–1975)
  • Fahrzeugrestaurator der Fachrichtung jüngere Automobiltechnik (1976–1996)
  • Fahrzeugrestaurator der Fachrichtung Carrosseriespenglerei (1945–1996)

Zum anderen wurde der Anteil technischer Inhalte deutlich erhöht. Die jüngere Technik mit dem Einzug von Elektronik, Sicherheits- und Komfortsystemen, Abgasverordnungen etc. macht dies unumgänglich – zulasten der bisher recht umfangreichen Inhalte zu Betriebsorganisation und -führung. Es hat sich gezeigt, dass letztere Themen für den Grossteil der Absolventen im Berufsalltag eine untergeordnete Rolle spielen. 

Für jene, die Führungsfunktionen übernehmen oder gar in die Selbstständigkeit gehen, gibts eine passende Lösung: Neu wird der Fahrzeugrestaurator zur Berufsprüfung zum Automobil-Werkstattkoordinator zugelassen und hat somit die Möglichkeit, sich mit dieser zusätzlichen Weiterbildung fundiertes Wissen rund um die Organisation einer Werkstatt, der Führung von Mitarbeitenden, der Schadenregulierung mit Versicherungen, Kundenbetreuung etc. zu erlangen. Durch diese Neuerung, die mit der Teilrevision des Werkstattkoordinators einhergeht, erhält der Fahrzeugrestaurator eine deutlich werterhöhende Perspektive. Diese Möglichkeit gilt für alle drei Fachrichtungen.

Für die Ausbildung und die Prüfung ist nach wie vor die Trägerschaft IgF verantwortlich, die sich aus dem AGVS, der IgFS, carrosserie suisse und dem Gönnerverein IgFS zusammensetzt. Nur dank der Unterstützung der Gönner und Donatoren ist das überhaupt möglich. Das gilt auch für die laufende Revision, die ebenfalls kostenintensiv ist.

 

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